Change.org lässt Petition gegen Amadeu-Antonio-Stiftung einfach verschwinden

Eine Petition, die von ScienceFiles und einigen Bloggern auf Change.org gegen die öffentliche Finanzierung der Amadeu-Antonio Stiftung aus Steuermitteln gestartet wurde, ist schon nach 3 Tagen vom Netz genommen worden. Die Petition mit dem Namen: „Bundesregierung / Bundesministerium für FSFJ: Keine öffentliche Finanzierung der Amadeu-Antonio-Stiftung“, die schon nach 3 Tagen 10.000 Unterstützer fand,kann nicht mehr aufgerufen werden, stattdessen erhalten geneigte Petenten folgende Mitteilung:

ScienceFiles versichert seinen Lesern die Petition nicht selbst gelöscht zu haben. Somit bleibt nur noch eine Möglichkeit naheliegend.

Die Richtlinien von Change.org

In den Richtlinien können wir folgendes lesen:

Was Sie nicht tun sollten

Hier einige Punkte, die wir nicht auf Change.org sehen möchten, und die uns möglicherweise dazu zwingen, Inhalte zu entfernen oder Benutzerkonten Einschränkungen zu unterwerfen. Der Begriff „Inhalt“ bezieht sich übrigens auf den Text und die Bilder in den Petitionen, die Benutzernamen, die Kommentare und alle anderen Inhalte, die Sie über die Plattform vermitteln.

  • Keine hasserfüllten Aussagen – Wir unterstützen die Meinungsfreiheit, untersagen jedoch Hassreden. Hassreden beinhalten typischerweise die Befürwortung von Glaubensgemeinschaften oder Praktiken, die eine gesamte Gruppe von Personen aufgrund von Merkmalen wie Alter, Hautfarbe, Behinderung, ethnischer Herkunft, Geschlechteridentität, Nationalität, nationaler Herkunft, ethnischer Abstammung, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Gesundheitszustand oder Veteranenstatus angreifen oder verleumden.

  • Keine Gewalt – Ideen sind mächtige Instrumente und können friedliche, kraftvolle Katalysatoren für den Wandel darstellen. Wir untersagen alle Inhalte, die irgendeine Art von Gewalt verherrlichen, unterstützen oder fördern.

  • Geben Sie sich nicht als eine andere Person aus – Change.org dient dazu, die Geschichte von echten Personen darzustellen und echte Anliegen anzusprechen. Sie müssen Ihre E-Mail-Adresse verwenden, um eine Petition zu starten oder zu unterzeichnen, und wir erlauben keine Mehrfachkonten. Unterzeichnen Sie keine Petitionen im Namen von anderen Personen, verwenden Sie keine E-Mail-Adresse, die nicht Ihre eigene ist und geben Sie sich nicht als jemand anderer aus, auch nicht als öffentliche Person oder Organisation.

  • Verletzen Sie die Privatsphäre anderer Personen nicht – Die meisten Inhalte auf Change.org sind öffentlich, also respektieren Sie bitte unbedingt die Privatsphäre aller anderen Personen, die Sie erwähnen. Stellen Sie keine privaten Informationen anderer Personen ohne deren Zustimmung zur Verfügung. Dies beinhaltet private E-Mail-Adressen, Ausweisdokumente, Kreditkartennummern, Privatadressen, private Telefonnummern oder Fotos von Personen in ihrem privaten Umfeld.

  • Schüchtern Sie niemanden ein – Sie können Menschen beeinflussen und dabei gleichzeitig respektvoll sein. Wenn Sie mit Entscheidungsträgern und anderen Nutzerinnen und Nutzern arbeiten, um bei diesen Überzeugungsarbeit zu leisten, konzentrieren Sie sich eher auf Taten und weniger auf die persönlichen Eigenschaften von Personen. Wir erwarten Debatten und Meinungsverschiedenheiten, wehren uns aber gegen Beleidigungen, Stalking, Drohungen, Trolling und andere Arten von Einschüchterung.

  • Keine extreme Anschaulichkeit – Ein emotional starker Inhalt kann über Erfolg oder Misserfolg eine Kampagne entscheiden. Grausame Inhalte können verwendet werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu verurteilen oder die Ernsthaftigkeit eines Problems zu zeigen. Warnen Sie jedoch andere Benutzer vor solchen Inhalten, soweit dies möglich ist. Veröffentlichen Sie keine unnötig gewalttätigen, sexuellen oder aufwühlenden Bilder oder Texte.

  • Nicht auf Kosten der Kinder – Nur Eltern und Erziehungsberechtigte haben das Recht, Inhalte über ihre Kinder online zu veröffentlichen, u. a. Bilder. Verwenden Sie Change.org nicht dazu, Inhalte zu veröffentlichen, die irgendwelche Jugendschutzgesetze, Gesetze zum Thema Kinderpornographie oder zum Thema sexuelle Ausbeutung verletzen würden. Wir möchten Kinder schützen, was einer der Gründe ist, warum Sie 13 Jahre oder älter sein müssen, um Change.org zu verwenden.

  • Kein Spamming – Bei Change.org geht es um Fragen, die von öffentlichem Interesse sind. Es ist in Ordnung, ein kommerzielles Interesse an der Petition und deren Erfolg zu haben, aber Sie sollten die Plattform nicht zum direkten Verkauf von Produkten nutzen bzw. dazu, um Junk-E-Mails oder Spam-Nachrichten bzw. andere unerwünschte Benachrichtigungen zu versenden.

  • Keine Gesetzesverletzung – Sie können mittels Change.org ein Bewusstsein in Bezug auf bestimmte Gesetze vermitteln, die Sie ändern möchten, jedoch sehen wir uns nicht als eine Plattform für illegale Aktivitäten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Nutzung von Change.org gegen keinerlei geltende, nationale Gesetze verstößt, u. a. gegen Gesetze zum Schutz der Rechte anderer Menschen. Stellen Sie unter anderem sicher, dass Sie Beweise für alle Behauptungen, die Sie vorbringen, vorlegen können, da wir Inhalte entfernen müssen, die verleumderisch sind. Quelle: Change.org

ScienceFiles nimmt dazu wie folgt Stellung:

Wir haben mit der Petition gegen keine der genannten Community Regeln verstoßen.

Somit wäre die Löschung der Petition, wenn sie denn mit einem Verstoß gegen die “Community-Regeln” begründet wird, ein Akt der Zensur, über den man uns zumindest hätte informieren müssen, was jedoch nicht geschehen ist. Tatsächlich wissen wir genauso viel oder wenig wie jeder andere, der sich über das Verschwinden der Petition wundert. Quelle: ScienceFiles

Kam Druck von anderer Stelle?

Da die Amadeu-Antonio-Stiftung gerne ihre gut ausgebildeten und aus Steuermitteln bezahlten Anwälte in die Spur schickt, um die „falschen“ Meinungen zu unterdrücken, liegt der Schluss nahe das Change.org sich dem Druck von Anwälten beugte und die Petition aus Angst vom Netz nahm.  Wir haben der Pressestelle von Change.org einen kleinen Fragen-Katalog übersandt, mit der Bitte um Stellungnahme. Leider hat Change.org bis jetzt noch nicht auf unsere Fragen geantwortet, sodass alles was im Zuge dieses Vorfalls geschah ins Reich der Spekulation verortet werden muss. Falls wir dennoch eine Antwort erhalten, werden wir Sie informieren.

 

Lutz Kirschner geb. 1964, gelernter Maurer, Industriemeister, Fotograf, stud. Staatswissenschaftler und Autodidakt. Für ihn sind die Grenzen des Machbaren fließend. "Manchmal muss man über seine Grenzen gehen, um das Machbare zu erreichen". Arbeitete u. a. als Berufssoldat, Lokalpolitiker, Fernfahrer, Kameramann, Cutter und Ghostwriter zur Zeit Blogger. Und ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.